Wusstest du, dass Schach-Communities ihre ganz eigenen Slangbegriffe entwickeln? Mit der zunehmenden Popularität von Online-Schach und Internet-Streamern entstehen heute schneller neue Schachbegriffe als je zuvor!
Skittles
Skittles sind lockere, inoffizielle Schachpartien, die häufig zwischen den Runden eines offiziellen Turniers gespielt werden. Diese Partien finden oft in einem sogenannten skittles room statt, also einem Raum, der speziell dafür vorgesehen ist, dass die Spieler:innen nach ihren Turnierpartien miteinander in Kontakt kommen, spielen und entspannen. Der Begriff könnte aus einem alten europäischen Kneipen- oder Rasenspiel stammen, das dem Bowling ähnelt und bei dem die Ziele skittles genannt werden. Wie bei einem ungezwungenen Bowlingspiel können in diesen informellen Schachpartien auch mal Figuren „fliegen“, da sie oft sehr locker gespielt werden und die Spieler:innen dabei manchmal auf dem Boden sitzen.
Beispielsatz: Let’s go play some skittles after the next round! (Lass uns nach der nächsten Runde ein paar Skittles spielen!)
Flag
Nein, das hat nichts mit Flaggen im Sinne von „Fahnen“ zu tun. Flag bedeutet vielmehr, dass man eine Partie durch Zeitüberschreitung verliert, weil die eigene Bedenkzeit abgelaufen ist – sowohl online als auch in klassischen Partien. Der Begriff stammt von analogen Schachuhren, bei denen ein kleines Markierungsfähnchen durch den Minutenzeiger oben gehalten wird und beim Ablauf der Zeit herunterfällt.
Beispielsatz: I flagged in a winning position, right as I was just about to checkmate my opponent. (Ich habe auf Zeit verloren, obwohl ich dabei war zu gewinnen, genau als ich kurz davor war, meine:n Gegner:in schachmatt zu setzen.)
Kibitz
Kibitz ist im Englischen ein Verb und bedeutet, dass man als Zuschauer:in bei einer Partie ungefragt meist unerwünschte Ratschläge oder Kommentare gibt. Das Wort stammt aus dem Jiddischen und geht auf das deutsche Kiebitz zurück, was bei vielen Brett- und Kartenspielen eine:n neugierige:n oder sich einmischende:n Zuschauer:in bezeichnet.
Beispielsatz: Please stop kibitzing after my every move! (Bitte hör auf, nach jedem meiner Züge einen Kommentar abzugeben!)
Spite check
Ein spite check ist ein Schachgebot, das ohne strategischen Nutzen erfolgt, meist aus Ärger oder Frustration und typischerweise von einer Person, die weiß, dass sie die Partie ohnehin verliert. Es hat keinen praktischen Zweck und dient nur dazu, sich bei Frust abzureagieren.
Beispielsatz: After a couple of spite checks, my opponent finally resigned the game. (Nach ein paar „spite checks“ hat mein:e Gegner:in endlich aufgegeben.)
Cheapo
Ein cheapo ist eine taktische Falle, in die der:die Gegner:in hineintappen soll, meist eingesetzt von einem:r Spieler:in, der:die bereits im Nachteil ist. Diese Falle zwingt die gegnerische Person nicht zu einem bestimmten Zug, sondern setzt darauf, dass sie die gestellte Falle nicht erkennt und einen Fehler macht. Mit sauberem Spiel lassen sich solche Tricks vermeiden, aber wenn man unaufmerksam ist oder unter Zeitdruck steht, kann man leicht darauf hereinfallen.
Beispielsatz: With only three minutes remaining on his clock, my opponent fell for a cheapo and lost his winning advantage! (Mit nur noch drei Minuten auf der Uhr ist mein Gegner auf ein „cheapo“ hereingefallen und hat den Gewinnvorteil verloren!)
Gerüstet für den internationalen Auftritt
Solltest du also einmal auf internationalen Turnieren spielen, wo auf Englisch kommuniziert wird, wirst du mit diesen Ausdrücken gleich besser dastehen. Also nur zu: Lass bei deiner nächsten Partie ganz beiläufig den einen oder anderen Begriff einfließen!