Ob du dieses Wochenende Lust auf glamping (glamorous + camping, glamourös + Camping) hast oder einen Besuch in einem gastropub (gastronomy + pub, Gastronomie + Pub) vorziehst, in jedem Fall könntest du dabei noch weiteren sogenannten Kofferwörtern (auch Portmanteau-Wörter oder Schachtelwörter genannt) begegnen. Während das Wort „Portmanteau“ aus dem Französischen stammt und sich früher als „portemanteau“ auf einen großen Koffer bezog, bezeichnet es heute einen Begriff, der durch die Verschmelzung zweier Wörter oder von Teilen zweier Wörter entsteht, wie zum Beispiel podcast (iPod + broadcast, iPod + Sendung), also eine Sendung, die man sich auf dem Smartphone anhört, oder mocktail (mock + cocktail, nachahmen + Cocktail), ein Cocktail ohne Alkohol. Diese Wortbildungen werden von deutschen und englischen Sprecher:innen geliebt!

Kofferwörter gibt es seit vielen Jahren!

Einige Kofferwörter existieren bereits seit längerer Zeit und sind im Deutschen wie im Englischen weit verbreitet. In vielen Fällen sind wir uns nicht mehr bewusst, dass sie aus der Verschmelzung zweier anderer Wörter entstanden sind. Wenn dir zum Beispiel das relativ neue Glamping nicht zusagt, verbringst du die Nacht vielleicht lieber in einem motel (motor + hotel). Das Kofferwort motel ist übrigens mindestens seit Mitte der 1920er Jahre in Gebrauch.


Nach einem erholsamen Schlaf bist du vielleicht ein bisschen hangry (hungry + angry, hungrig + gereizt) – dieses Wort ist bereits um 1918 nachgewiesen. Dann entscheidest du dich womöglich, zu einem brunch (breakfast + lunch, Frühstück + Mittagessen) zu gehen. Dieses Kofferwort ist sogar noch älter als motel oder hangry und taucht im Englischen schon um die 1890er Jahre auf. Ebenfalls aus dieser Zeit stammt frenemy (friend + enemy, Freund + Feind), die perfekte Bezeichnung für jemanden, der gleichzeitig Eigenschaften eines Freundes und eines Feindes hat.


Mit deinen frenemies gehst du vielleicht nicht zum brunch, aber falls doch, könntest du einen spork (spoon + fork, Löffel + Gabel) benutzen – das perfekte Utensil, wenn man Platz sparen möchte. Das Wort spork ist im Englischen mindestens seit den frühen 1900er Jahren in Gebrauch, auch wenn das Design dieses Bestecks schon früher patentiert wurde.


An einem warmen Tag genießt du vielleicht ein popsicle (von soda pop [Erfrischungsgetränk] + Eiszapfen = Wassereis am Stiel), um dich abzukühlen. Popsicle ist ein markenrechtlich geschützter Name und wurde erstmals in den 1920er Jahren verwendet. Ebenfalls aus dem frühen 20. Jahrhundert stammt das Kofferwort smog (smoke + fog, Rauch + Nebel), das eine atmosphärische Erscheinung beschreibt, die zu wärmerem Wetter beitragen kann.


Und natürlich darf das wohl beliebteste aller Kofferwörter nicht fehlen: Labradoodle (Labrador Retriever + poodle). Diese Art der Vermischung von Wörtern und Hunderassen erfreut sich inzwischen großer Beliebtheit, etwa in Formen wie Bernedoodle, Sheepadoodle, Aussiedoodle oder Goldendoodle, doch das Kofferwort Labradoodle selbst gibt es bereits seit den 1950er Jahren.

Und die Liste geht weiter …

Neben den altmodischen Klassikern gibt es auch einige lustige neue Kofferwörter. Ein Beispiel dafür sind jorts (jeans + shorts) ein Begriff, der 1995 geprägt wurde und dem 2009 jeggings (jeans + leggings) folgte. Vielleicht kennst du auch athleisure (athletic + leisure, athletisch + Freizeit), den Modetrend, bei dem bequeme Kleidung getragen wird, die auch für sportliche Aktivitäten geeignet wäre. Der Begriff athleisure entstand bereits in den 1970er Jahren, doch sowohl das Wort als auch der Kleidungsstil wurden erst in den 2010er Jahren richtig populär (verlinkte Quelle auf Englisch).


Wenn du diesen Sommer zur Comic-Con (comic book + convention) gehst, könntest du dort einem weiteren modebezogenen Trend begegnen: cosplay (costume + roleplay). Die erste Comic-Con fand 1970 statt, der Begriff cosplay wurde jedoch erst 1993 dokumentiert. Sicher kannst du darüber mehr in einem blog (web + log, Web + Protokoll) lesen oder dir Videobeiträge in einem vlog (video + blog) ansehen – beides Kofferwörter, die um die Wende zum 21. Jahrhundert entstanden sind.


Vorsicht allerdings vor Leuten, die diese Begriffe mansplain wollen (man + explain, Mann + erklären). Das Wort mansplain wurde 2008 geprägt und bezeichnet das herablassende Erklären, oft basierend auf der Annahme, dass die andere Person keinerlei Wissen zu diesem Thema hat.

Auch bei den Sprachbezeichnungen gibt es Kofferwörter!

Das Wort Spanglish (Spanish + English) [Artikel auf Englisch]) tauchte erstmals 1958 auf und wurde damals benutzt, um bilinguale spanisch-englisch Sprecher:innen zu verspotten, denen man unterstellte, weder Spanisch noch Englisch richtig zu beherrschen, was jedoch nicht stimmte. Spanglish und andere Sprachsysteme von Mehrsprachigen – darunter Franglais (Français + Anglais, Französisch + Englisch), Portuñol (Português + Español, Portugiesisch + Spanisch), Japanglish (Japanese + English) und Banglish (Bengali + English) – sind vielfältige, regelbasierte Sprachvarietäten. Sie ermöglichen es Menschen, die beide dieselben zwei Sprachen sprechen, die Kommunikation zu optimieren (beide Artikel auf Englisch). Wir wünschen dir, dass du dich in deinen Sprachen ebenso effizient ausdrücken kannst!