Beim Schach dreht sich jeder Zug letztendlich um eine einzige Figur: den König. Auch wenn er nicht der stärkste Angreifer ist, besteht das gesamte Ziel des Spiels darin, den eigenen König zu schützen und den des Gegners anzugreifen.


In diesem Beitrag:

Der König: Einführung

Der König ist die wichtigste Figur auf dem Schachbrett. Er ist normalerweise die größte Figur und trägt oben ein Kreuz, meist auf einer kleinen Krone. Historisch gesehen stellte der König den höchsten Herrscher dar. Im alten Indien enthielt der Vorläufer des Schachs bereits eine Figur, die den Raja repräsentierte (aus dem Sanskrit, Bedeutung: „König“ oder „Herrscher“). Als sich das Spiel nach Persien ausbreitete, wurde der Herrscher zum Schah. Schließlich gelangte das Schachspiel ins mittelalterliche Europa und hier wurde diese Figur als König bekannt.

Jede:r Spieler:in hat einen König, der auf der ersten bzw. achten Reihe platziert wird. Die Könige stehen einander auf derselben Linie, der sogenannten e-Linie, gegenüber. Das bedeutet, dass der weiße König auf e1 startet und der schwarze König auf e8.


Ein Schachbrett mit den gegenüberliegenden Ausgangsstellungen des weißen und schwarzen Königs in der ersten und achten Reihe.

Anfänger:innen verwechseln manchmal die Ausgangsstellung von König und Dame, da sie nebeneinander in der Mitte platziert werden und nicht wie alle anderen Figuren paarweise symmetrisch auftreten. Um dir die Ausgangsstellung der beiden Figuren zu merken, denke an die Eselsbrücke „weiße Dame weißes Feld, schwarze Dame schwarzes Feld“. Das bedeutet, dass die weiße Dame auf d1 beginnt und die schwarze Dame auf d8. Die Könige kommen dann jeweils auf das daneben liegende Feld der entgegengesetzten Farbe: Der weiße König steht auf einem schwarzen Feld, der schwarze König auf einem weißen Feld.

Um ein korrektes Spiel zu gewährleisten, ist es am Anfang ratsam, vor Beginn der Partie kurz die Aufstellung aller Figuren zu überprüfen. Sobald jedoch der erste Zug gemacht wurde, dürfen die Figuren nicht mehr neu angeordnet werden – selbst dann nicht, wenn sie ursprünglich falsch aufgestellt waren!

Was den Figurenwert betrifft, so ist der König eine besondere Figur, denn im Gegensatz zu den anderen Figuren kann er nicht geschlagen oder getauscht werden. Daher sagen manche Spieler:innen, dass er keinen Punktewert besitzt. Andere vertreten die gegenteilige Meinung und sehen ihn als die wertvollste Figur auf dem Brett an, weil sein Verlust die Partie sofort beendet.

Auch wenn der König hinsichtlich seiner Zugmöglichkeiten nicht besonders stark ist, ist er zweifellos die wichtigste Figur im Schach.

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Ziel des Spiels ist es, den gegnerischen König mattzusetzen.

Die Zugmöglichkeiten des Königs

Der König zieht ein Feld horizontal, vertikal oder diagonal. Da er in jedem Zug nur ein Feld ziehen kann, hat er die geringste Reichweite aller Figuren.


Ein Schachbrett mit dem König und Pfeilen, die seine Zugbewegung um jeweils ein Feld horizontal, vertikal und diagonal verdeutlichen.

Der König schlägt auf dieselbe Weise wie er zieht – indem er auf ein benachbartes Feld zieht, auf dem eine gegnerische Figur steht.

Außerdem ist der König an einem besonderen Zug beteiligt: der Rochade. Diese ermöglicht es der:m Spieler:in, König und Turm gleichzeitig zu ziehen, um den König in eine sicherere Stellung zu bringen und den Turm zu aktivieren. Die Rochade ist der einzige Zug im Schach, bei dem zwei Figuren gleichzeitig ziehen. Jede:r Spieler:in darf pro Partie nur einmal rochieren, also überlege gut, wann du die Rochade einsetzt!

Schach, Schachmatt und Patt

Der König steht im Mittelpunkt drei grundlegender Schachkonzepte: Schach, Schachmatt und Patt.

Schach (Seite auf Englisch) entsteht, wenn der König von einer gegnerischen Figur angegriffen wird. Befindet sich ein König im Schach, muss der:die Spieler:in sofort reagieren und der Gefahr entkommen. Es gibt nur drei Möglichkeiten, sich aus dem Schach zu befreien: den König wegzuziehen, die angreifende Figur zu schlagen oder das Schach mit einer anderen Figur abzublocken.

Schachmatt (Seite auf Englisch) entsteht, wenn der König im Schach steht und es keine legale Möglichkeit gibt, dem Angriff zu entkommen. Der König kann sich nicht in Sicherheit bringen, keine Figur kann den Angriff abblocken und keine Figur kann die angreifende Figur schlagen. Sobald ein Schachmatt erreicht ist, endet die Partie und der:die Spieler:in, der:die schachmatt gesetzt hat, wird zum:r Sieger:in erklärt.

Wenn ein:e Spieler:in keine legalen Züge mehr hat, der König aber nicht im Schach steht, wird diese Situation Patt (Seite auf Englisch) genannt. Im Gegensatz zum Schachmatt resultiert ein Patt in einem Remis (Unentschieden), sodass keiner der beiden Spieler:innen das Spiel gewinnt.

Strategietipps für den König

Da das Schachmatt die Partie sofort beendet, ist die Sicherheit des Königs eine der wichtigsten Prioritäten im Schach. Das bedeutet, dass die Bedrohung des Königs Vorrang vor allen anderen Taktiken hat!

In der Eröffnung
Könige sind normalerweise hinter einer Schutzmauer aus Bauern am sichersten. Im Gegensatz zu anderen Figuren sollte man den König nicht zu früh in Richtung Brettmitte bringen, da er dadurch gefährlichen Angriffen ausgesetzt werden kann. Stattdessen sollte man versuchen, früh zu rochieren. Die Rochade ist eines der wichtigsten Ziele in der Eröffnung und sollte häufig innerhalb der ersten 5 bis 10 Züge der Partie durchgeführt werden.

Im Mittelspiel
Zu diesem Zeitpunkt sollte dein König bereits rochiert haben. Deine Aufgabe besteht also jetzt darin, weiterhin die Sicherheit deines Königs zu gewährleisten. Beginnt dein:e Gegner:in einen Angriff auf deinen König, ist es äußerst wichtig, sofort zu reagieren, deine Verteidigung zu verstärken oder einen Gegenangriff zu starten.

Suche nach Möglichkeiten, den gegnerischen König anzugreifen, wann immer es geht. Nutze mehrere Figuren gemeinsam, um einen erfolgreichen Angriff aufzubauen – nicht nur eine einzelne Figur nach der anderen.

Im Endspiel
Hier verändert sich die Rolle des Königs deutlich. Wenn viele Figuren abgetauscht wurden und das Schachbrett offener wird, wird der König oft zu einer wertvollen Angriffs- und Verteidigungsfigur. Im Endspiel ist es üblich – und häufig notwendig –, mit dem König in Richtung Brettmitte zu ziehen.

Von der Brettmitte oder auch von den Seiten aus kann der König dabei helfen, gegnerische Bauern anzugreifen, die Umwandlung der eigenen Bauern zu unterstützen und wichtige Felder zu verteidigen.

Im Endspiel kann ein aktiver König über Sieg oder Niederlage entscheiden!

Aufgabe der Partie

Manchmal endet eine Schachpartie, bevor ein Schachmatt erreicht wird oder ein Remis entsteht. Eine Möglichkeit dafür ist die Aufgabe der Partie.

Eine Partie aufzugeben bedeutet, dass ein:e Spieler:in sich entscheidet, die Partie aufzugeben, meist weil er:sie erkennt, dass er:sie früher oder später verlieren wird. Nach traditioneller Schachetikette legt ein:e Spieler:in dann seinen:ihren König auf das Brett, um seine:ihre Aufgabe zu signalisieren.

Starke Spieler:innen geben oft auf, wenn sie glauben, dass ihr Gegner einen bestehenden Vorteil zwangsläufig in einen Sieg umwandeln kann. Dadurch sparen beide Spieler:innen Zeit und Energie.

Auf Anfängerniveau können sich Partien jedoch schnell verändern. Wenn Fehler gemacht werden, kann sich eine Gewinnposition leicht in eine Verlustposition verwandeln. Deshalb sollten Anfänger:innen erwägen, die Partie zu Ende zu spielen, statt früh aufzugeben, um zusätzliche Spielpraxis zu sammeln und zu sehen, wie sich die Partie weiterentwickelt.

Der König im Mittelpunkt

Der König mag, besonders zu Beginn der Partie, nicht besonders aktiv sein, doch das gesamte Spiel dreht sich um seine Sicherheit. Schütze deinen eigenen König um jeden Preis und greife gleichzeitig den gegnerischen König an. Denk daran: Das Ziel des Spiels ist es, den gegnerischen König mattzusetzen!