Wenn du gerade mit Schach anfängst, kann es sich anfühlen, als würdest du eine ganz neue Sprache lernen, denn im Schach gibt es viele spezifische Begriffe. Doch das Erlernen dieser Schachbegriffe bringt viele Vorteile mit sich. Dazu gehört, dass du dein eigenes Schachspiel genauer beschreiben kannst und Artikel und Videos zum Thema Schach besser verstehst.

Die folgenden 11 Schachbegriffe solltest du als Schachanfänger:in kennen:

Angriff
Taktik
Strategie
Grober Fehler
Fesselung
Gabel
Spieß
Reihe
Linie
Königsflügel
Damenflügel

Angriff

Eine andere Figur anzugreifen bedeutet, eine Figur auf ein Feld zu stellen, von dem aus sie bei ihrem nächsten Zug eine gegnerische Figur schlagen kann.

Angreifen ist nicht dasselbe wie Schlagen: Beim Schlagen wird eine gegnerische Figur tatsächlich vom Brett genommen, während man sich beim Angreifen lediglich so in Stellung bringt, dass man sie im nächsten Zug schlagen könnte. Ein Angriff ist eine stille Drohung – eine, von der man hofft, dass der:die Gegner:in sie nicht bemerkt. Pssst!

Ein Angriff auf den König hat einen besonderen Namen: Schach (Seite auf Englisch). Da ein König nicht wie andere Figuren geschlagen werden kann, muss er einem solchen Angriff entkommen. Wenn es für den König keine Möglichkeit gibt, dem Angriff (also dem Schach) zu entkommen, liegt ein Schachmatt (Seite auf Englisch) vor und die Partie ist beendet.

Taktik

Taktiken sind kurze, forcierte Zugfolgen, die zu einem unmittelbaren Gewinn oder Vorteil führen, etwa zu einem Schachmatt (Artikel auf Englisch) oder dem Gewinn einer Figur. Sie erzeugen kurzfristige, nicht abzuwehrende Bedrohungen, die sich vollständig vorausdenken und analysieren lassen. Im Gegensatz dazu bezieht sich „Strategie“ auf langfristige Ziele, die in der Regel nicht forciert sind (d. h. bei denen die Zugfolge nicht im Voraus feststeht) und die sich nicht vollständig berechnen lassen.

Taktiken sind erkennbare Muster, die du desto leichter erkennen wirst, je häufiger du sie siehst und übst. Es gibt viele verschiedene Arten von Taktiken, darunter Fesselungen, Gabeln, Spieße, Abzugsangriffe, Röntgenangriffe, Ablenkungen, Opfer und viele mehr!

Taktiken führen oft zum Gewinn der Partie, können aber auch in verlorenen Stellungen eingesetzt werden, um noch ein Remis zu erreichen oder Material zu gewinnen.

Strategie

Strategie bezeichnet im Schach das Entwickeln langfristiger Ziele im Gegensatz zum Finden kurzfristiger taktischer Möglichkeiten. Beispiele für strategisches Vorgehen sind etwa, die gegnerische Bauernstruktur zu schwächen, etwa indem man für einen isolierten Bauern sorgt, oder die Stellung eines passiven Läufers (Artikel auf Englisch) zu verbessern, indem man ihn auf eine offene Diagonale manövriert, wo er aktiver ist und mehr Felder kontrolliert.

Während Taktiken zu einem unmittelbaren, forcierten Gewinn führen, geht es bei einer Strategie nicht um unausweichliche Bedrohungen. Stattdessen setzt sie auf kleine Vorteile, die sich im Laufe der Zeit summieren.

In einer Strategie spielen viele verschiedene Gesichtspunkte eine Rolle, u. a. Themen wie Entwicklung, Material, Raum, Sicherheit des Königs, Bauernstruktur, wichtige Felder, Figurenaktivität, Figurenplatzierung.

Grober Fehler

Ein grober Fehler ist ein sehr schlechter Zug, zum Beispiel einer, durch den du eine Figur verlierst oder ein Schachmatt (Erklärung auf Englisch) möglich wird. Auf höherem Niveau kann ein grober Fehler auch subtiler sein. Dazu gehört etwa, dem:r Gegner:in eine bessere Bauernstruktur zu ermöglichen, eine eigene aktive Figur (Artikel auf Englisch) gegen eine passive gegnerische Figur abzutauschen oder sogar einen Fehler des Gegenübers nicht zu erkennen. In all diesen Fällen verschaffst du der anderen Seite einen Vorteil!

Zur Vermeidung grober Fehler ist es sinnvoll, vor jedem Zug kurz eine gedankliche Checkliste durchzugehen. Frag dich, ob deine Figur auf dem Zielfeld gedeckt ist oder ob sie dort von einer gegnerischen Figur angegriffen werden kann, und prüfe, welche Möglichkeiten für Schach, Schlagen oder andere Bedrohungen die Gegenseite im nächsten Zug hat.

Fesselung

Eine Fesselung ist eine Taktik, bei der eine Figur eine weniger wertvolle gegnerische Figur angreift, hinter der sich eine wertvollere gegnerische Figur befindet. Dadurch kann der:die Gegner:in die vordere Figur nicht oder nur mit großen Nachteilen wegziehen.

Es gibt zwei Arten von Fesselungen, nämlich absolute und relative Fesselungen. Bei einer absoluten Fesselung ist eine gegnerische Figur an den König gefesselt, während bei einer relativen Fesselung eine gegnerische Figur an eine andere Figur als den König gefesselt ist.

Da Fesselungen Angriffe über weitere Distanz auf Reihen, Linien oder Diagonalen erfordern, können nur weitreichende Figuren fesseln. Das bedeutet, dass nur Dame, Turm und Läufer fesseln können, während König, Springer und Bauern dies nicht können.

Eine Fesselung kann man sich als die Umkehr eines Spießes vorstellen.

Gabel

Eine Gabel ist eine Taktik, bei der eine Figur zwei oder mehr gegnerische Figuren gleichzeitig angreift. Da die Gegenseite immer nur eine Figur ziehen kann, gewinnt man durch eine Gabel gewöhnlich Material.

Obwohl Springer wohl am bekanntesten für Gabeln sind, kann jede einzelne Schachfigur, einschließlich des Königs, eine Gabel ausführen.

Gabeln können auch mit Schachgeboten verbunden sein. Eine Gabel, bei der der gegnerische König und die Dame angegriffen werden, wird oft als königliche Gabel bezeichnet.

Spieß

Ein Spieß ist eine Taktik, bei der eine Figur eine wertvollere gegnerische Figur angreift, hinter der sich eine weniger wertvolle gegnerische Figur befindet. Der:Die Gegner:in ist in der Regel gezwungen, die wertvollere Figur wegzuziehen, um sie zu retten, und lässt dadurch die dahinterstehende Figur zurück, die du anschließend schlagen kannst.

Ein Spieß wird manchmal als das Gegenteil einer Fesselung betrachtet.

Reihe

Die horizontalen Geraden auf dem Schachbrett werden als Reihen bezeichnet. Insgesamt gibt es acht Reihen, die in der Schachnotation (Artikel auf Englisch) der Einfachheit halber von eins bis acht nummeriert werden. Die erste Reihe ist dabei die erste Reihe aus der Sicht von Weiß.

Linie

Die senkrechten Spalten auf dem Schachbrett werden als Linien bezeichnet. Es gibt insgesamt acht Linien, die in der Schachnotation (Artikel auf Englisch) von „a“ bis „h“ gekennzeichnet sind, beginnend mit der linken Seite des Schachbretts aus der Sicht von Weiß.

Königsflügel

Damit ist die Seite des Schachbretts gemeint, auf der zu Beginn der Partie beide Könige stehen. Der Königsflügel umfasst die Linien e, f, g und h. Aus der Sicht von Weiß ist das die rechte Hälfte des Schachbretts, aus der Sicht von Schwarz die linke Hälfte.

Auch wenn ein König später auf die andere Seite des Schachbretts rochiert oder in einen anderen Bereich zieht, ändert das nichts: Der Königsflügel bleibt für Weiß die rechte und für Schwarz die linke Seite.

Damenflügel

Damit ist die Seite des Schachbretts gemeint, auf der zu Beginn der Partie beide Damen stehen. Der Damenflügel umfasst die Linien a, b, c und d.

Wie beim Königsflügel ändert sich die Definition des Damenflügels nicht, wenn eine Dame (oder beide!) später auf die andere Seite des Schachbretts zieht. Der Damenflügel ist für Weiß immer die linke Hälfte des Schachbretts und aus der Sicht von Schwarz die rechte Hälfte.

Auf zum nächsten Level!

Mit diesen Schachbegriffen bist du jetzt bestens gerüstet, dein Spiel auf die nächste Stufe zu bringen. Wir sehen uns im Schachkurs auf Duolingo!